März 2017 | PLYMOUTH, WI, USA


Cedrik Schamberger: Aus meinem Leben

Mittlerweile sind es schon über 7 Monate die ich in diesem riesigen, vielfältigen und nicht mehr ganz so fremden Land verbringen durfte. Die Zeit rast, ich erlebe unglaublich viele Dinge und ich treffe so viele neue Menschen. Momentan befinde ich mich auf dem Weg in die Ferien in South Carolina und Georgia, das sogenannte ,,Spring-Break''. Dafür fahren wir 15 Stunden mit dem Auto von Wisconsin nach Atlanta und dann nach Charleston. Das hatte mich dann doch etwas überrascht, denn für eine Woche Urlaub würde in Deutschland wohl kaum jemand so lange fahren.

 

Während des Winters hab ich mich an vielen Aktivitäten in der Schule beteiligt. Als Teil des Schwimmteams habe ich mich in einer Sportart, die ich noch nie so intensiv betrieben hatte extrem verbessert. Auch war das Team wirklich toll und ich habe viele neue Freunde gefunden.

 

Neben Schwimmen, war ich auch am Schulmusical beteiligt. In den drei Aufführungen von ,,On the Town'' (einem Broadway Musical von Leonard Bernstein) spielte ich einen Polizist, der die Hauptfiguren durch ganz New York City verfolgt. Es war großartig Teil dieser Show zu sein und mal etwas komplett neues auszuprobieren.

 

Nach der Schule habe ich auch mehrfach bei einem ,,Welcome-Table'' mitgeholfen, wo ich Menschen, die Schwierigkeiten haben sich Essen zu leisten, aber auch älteren Menschen, die einfach gerne Gesellschaft haben, eine warme Mahlzeit serviert. Dabei lernte ich auch die andere Seite der amerikanischen Gesellschaft kennen und dass nicht jeder hier riesige Autos hat und in großen Häusern lebt.

 

Ich hatte das große Glück, dass das Department of State (amerikanischen Außenministerium) alle PPP-Schüler für eine Woche nach Washington DC eingeladen hat. Es war das erste Mal seit fast zwanzig Jahren, dass ein derartiges Event stattfand. Aufgeregt meine Freunde aus Weimar wieder zu sehen, flog ich in der ersten Dezemberwoche von Milwaukee über Detroit nach DC. Am ersten Tag besichtigten wir das Newseum und bekamen danach eine Führung um Capitol Hill (Kapitol, Senatsgebäude, Repräsentantenhaus, nationaler botanischer Garten).

 

Nach dem Abendessen sahen wir uns den nationalen Weihnachtsbaum an der nur unweit des hell erleuchteten Weißen Hauses stand. Am nächsten Tag besuchten wir als allererstes das neu eröffnete Smithsonian Museum of African-American History, welches wirklich extrem interessant war und einem viele Einblicke in die Geschichte der afroamerikanischen Bevölkerung Amerikas gab. Danach ging es in das Smithsonian Museum of Air and Space, wo ich ein Stück des Mondes anfassen konnte. Nach dem Abendessen im Hard Rock Café gingen wir alle zusammen zu einem NBA-Basketballspiel der Washington Wizards.

 

Der Mittwoch war dann der große Tag, es ging zu unseren Gesprächen mit den Senatoren und Repräsentanten. Unser Ziel war es, als Junior-Botschafter für das PPP zu werben aber auch politische Meinungen auszutauschen. Und obwohl es eindeutige Differenzen zwischen meinen politischen Ansichten und denen meines republikanischen Senator gab, war das Gespräch hochinteressant und ermutigte mich dazu mich politisch mehr zu engagieren.

 

Zwischen den Gesprächen hatte ich die Möglichkeit eine Führung durch den Supreme Court, die National Library und auch das Kapitol Gebäude zu machen. Am Nachmittag besuchten wir dann mehrere Denkmäler, darunter das Lincoln Memorial, Washington Memorial, Jefferson Memorial, Martin Luther King Memorial und das Roosevelt Memorial. Am Tag danach besuchten wir das Department of State, wo wir einen Vortrag über die Beziehungen der USA zu anderen Staaten bekamen und auch eine Art Model-UN spielten. Am Nachmittag gingen wir dann in das Smithsonian Museum of American History, wo es nicht nur riesige Lokomotiven und uralte Textdokumente zu beobachten gab, sondern auch eine Abteilung für sämtliche Kleider aller ehemaligen First-Ladies. Am Abend hatten wir noch einen Workshop über soziale Aktivitäten und wie man diese organisiert. Am Freitagmorgen ging es für mich dann wieder zurück nach Wisconsin.

 

Neben meinem Trip nach Washington DC, habe ich auch eine Woche auf Hawaii verbracht. Mit einem Reiseunternehmen, das mit mit meiner Austauschorganisation AFS zusammenarbeitet, war es mir möglich im Februar in die Südsee zu fliegen. Die Reise war wirklich großartig und ich habe neben viel Zeit am Strand auch viele Sehenswürdigkeiten und neue Menschen kennengelernt. Besonders interessant fand ich Pearl Harbor, die Marinebasis, die 1941 von den Japanern angegriffen wurde und die Amerikaner dazu veranlasste in den 2.Weltkrieg einzusteigen. Auch einer von nur 5 noch lebenden Überlebenden des Angriffs war vor Ort anzutreffen. Aber auch die Führungen durch das State-Capitol von Hawaii und dem Iolani-Palace, einem von nur zwei Palästen auf US-Territorium, war wirklich hochinteressant. Neben diesen eher geschichtlichen Orten, haben wir viel Zeit in Waikiki Beach (Honolulu) verbracht, einen Vulkan bestiegen, an weltberühmten Stränden gesurft und auch ein polynesisches Kulturcenter besucht, welches Workshops, Aufführungen und traditionelles Essen aus allen 6 Südsee-Kulturen anbot. Alles in allem war es ein unvergesslicher Trip, den ich wohl nie vergessen werde.

 

Mit Blick auf die knapp drei Monate, die mir noch übrig bleiben, habe ich noch einiges vor. Nach der ,,Spring-Break'' geht in Wisconsin die Tennissaison los. Da Tennis schon immer mein Lieblingssport war, kann ich es kaum erwarten auch hier zu spielen. Auch viele kleinere Ausflüge werde ich demnächst machen.

 

Ich bin so unglaublich dankbar für die großartigen Erfahrungen, die ich hier bislang gemacht habe und die Menge an Menschen aus aller Welt, die ich getroffen habe. Obwohl meine Zeit hier sich nun schon dem Ende nähert, denke ich noch nicht über das Zurückkehren nach und werde versuchen die letzten 3 Monate bestmöglich zu genießen.

 

Mit freundlichen Grüßen aus den Staaten

Cedrik Schamberger