September 2017 | ALBUQUERQUE, NM, USA


Zara Zimmermann: Erste Eindrücke

Hallo Herr Schuster, 

 

Nach sechs Wochen in Albuquerque habe ich endlich Zeit gefunden Ihnen zu schreiben. 

Mir geht es sehr gut hier. Meine Gastfamilie ist super nett und ich fühle mich schon beinahe wie ein Familienmitglied. Mit meiner Schwester male und bastel ich viel und mein Bruder versucht schon seit einer Weile mich im Tischtennis zu schlagen. Bisher noch ohne Erfolg aber wir haben immer viel Spaß zusammen.

 

Mein Englisch hat sich in den letzten Wochen schon ziemlich verbessert. Ich mache immer noch Fehler, vor allem mit den verschiedenen Zeiten und mir fehlen öfters einzelne Wörter, aber ich spreche schon viel flüssiger und nicht mehr mit großen Hemmungen. Ich habe beschlossen einfach zu reden auch wenn es falsch ist und das klappt bisher ganz gut. Schwierig wird es aber dann in der Schule wenn wir Fachbegriffe in Astronomie haben, ich keines der Küchengeräte in Kochen benennen kann oder wir Gedichte in Englisch analysieren müssen. Für die Unmengen an Hausaufgaben, die wir jeden Tag haben, brauche ich natürlich auch länger. Meine Lehrer sind aber zum Glück alle sehr nett und verständnisvoll und helfen mir gerne. Natürlich kann ich auch immer meine Mitschüler fragen.

Mein Lieblingsfach in der Schule ist das Orchester. Wir spielen tolle Stücke und die Gruppe ist super cool. Außerdem kann man sich viel besser mit den anderen unterhalten. Im „normalen“ Unterricht, wo alle nur an den Einzeltischen sitzen fällt das schwer. Deshalb war es für mich auch sehr schwer Freunde zu finden, da man hier außer mittags keine Pausen hat. Ich lerne langsam immer mehr Leute besser kennen, auch wenn das noch keine richtigen Freunde sind. Da Kontakte knüpfen in der Schulzeit beinahe unmöglich ist, habe ich gleich in der 2. Woche mit Cross Country angefangen und da auch eine ganz tolle Freundin gefunden. Wir haben jeden Tag nach der Schule Training und einmal in der Woche einen Lauf über 5 km. Das war für mich erstmal sehr anstrengend aber ich werde immer besser und der Sport tut mir gut. 

 

Ganz viele tolle Menschen habe ich auch in bei AFS kennengelernt. Die anderen Austauschschüler kommen von überall her (Marokko,Mali,Indien,Thailand,China,Finnland,Belgien,Italien,Bolivien) und obwohl wir alle aus total verschiedenen Kulturen kommen, machen wir doch alle die gleichen Erfahrungen und verstehen uns super. Letztes Wochenende waren wir alle zusammen in einem Haus in den Bergen. Wir haben über unsere Schwierigkeiten mit Schule,Sprache, Freunde finden, Gastfamilie gesprochen und es hat wirklich gut getan zu wissen, dass man nicht die einzige ist, dass das alles total normal ist und nur noch etwas Zeit braucht.

 

Letzten Samstag hatte ich Homecoming an meiner Schule. In dem Zusammenhang war ich am Donnerstag auch bei meinem ersten Footballspiel. Ich muss ehrlich sagen, dass ich Football an sich nicht sehr spannend finde und auch nicht wirklich verstehe, aber so die Stimmung und das Drumrum mit der Band und den Cheerleadern war wirklich cool. Generell finde ich den amerikanischen Schoolspirit ganz toll und besonders. Ob beim Football oder Cross Country, jeder feuert seine Schule an. Während der Schulzeit tragen 50% der Schüler Kleidung von der Schule (in meinem Fall mit Bulldogs drauf) und ich hab natürlich auch schon eins von meinem Team.

 

Am Samstag Abend war dann der eigentliche Homecoming Tanz. Ich bin schon vorher zu einer Freundin gegangen und wir haben uns zusammen mit ein paar anderen fertiggemacht. Danach sind wir in einen Park gefahren und es wurden Fotos geschossen damit wir uns später beim Essen keine Sorgen um unsere Figur machen müssen. Nach dem Essen sind wir dann zu meiner Schule gefahren. Unser Thema war „Welcome to the paradise“ und unsere ganze Turnhalle wurde mit Blumen und Girlanden geschmückt. Ab da haben wir dann den ganzen Abend getanzt. Nach einer Stunde hat man immer mehr Mädchen barfuß gesehen (mich auch), da man sich in Highheels nur eingeschränkt bewegen kann. Nach drei Stunden, um Punkt 11, war der ganze Spaß dann zu Ende. Selbstverständlich sind wir noch nicht schlafen gegangen, sondern haben noch etwas gegessen und geredet bis dann um halb 4 doch alle sehr müde waren. Am nächsten Morgen ging es dann zum besten und auch günstigsten Frühstückslokal in der Stadt, und dann war Homecoming auch schon vorbei. Ich hatte wirklich sehr viel Spaß an diesem Wochenende und freue mich schon auf „Prom“ im Frühling. 

 

Über Albuquerque generell kann ich nur sagen: „hot,hot,hot“! Hier ist es sehr, sehr warm und eigentlich immer sonnig. Das kenne ich von Deutschland nicht auch wen ich mich ganz langsam daran gewöhne. 

Das andere ist das scharfe Essen. Hier wird überall Chili dazu getan. In jeden Burrito, in den Salat oder auf die Chips. Für alle hier ist das nur „spicy“ aber für mich ist es „hot“ und ich kann nur ganz wenig davon nehmen. Auch wenn ich mich daran wahrscheinlich auch noch gewöhne. 

 

So, das war es jetzt erstmal. Viel Spaß beim Lesen! 

 

Liebe Grüße 

 

Zara Zimmermann 

 

1. Meine Gastfamilie und ich, als sie mich am Flughafen abgeholt haben

2. Ich bei einem Cross Country Meet in der wohl schönsten Uniform der Welt

3. Das AFS-Komitee New Mexico

4. Andere Austauschschüler und Ich vor dem Rio Grande, der eigentlich ziemlich klein ist

 

5. Meine Freunde und Ich beim Homecoming