Februar 2018 | ALBUQUERQUE, NM, USA


Zara Zimmermann: Feiertage und das Neue Jahr in den USA

Hallo Herr Schuster,

 

ich bin jetzt schon über sechs Monate hier und ich weiß gar nicht wie ich so schnell dahin gekommen bin. Die letzten Monate sind unglaublich schnell vergangen und Mitte Januar war dann auch schon Halbzeit. Für diesen Bericht springe ich aber nochmal ein Stück zurück und zwar zu Thanksgiving.

 

Thanksgiving ist ein Fest im Herbst, dass sehr groß gefeiert wird. Es geht darum dankbar zu sein für das was man hat und das auch zu zeigen. Viele hier vergessen leider den Sinn dieses Feiertages und freuen sich nur auf das Essen. Das kann ich aber auch verstehen, denn es ist wirklich gut. In meiner Gastfamilie haben wir ganz traditionelle Gerichte gekocht. Das heißt Truthahn, Bohnen, Süßkartoffeln und noch viele andere Sachen. Wir hatten noch die ganze Woche etwas von den Resten. Dazu sind auch noch meine Gastgroßeltern aus Kansas gekommen und ich hatte die Chance sie kennenzulernen. 

 

Nach Thanksgiving ging es dann immer mehr auf Weihnachten zu. Weihnachten ist für mich das schönste Fest im Jahr und ich habe es immer mit meiner Familie verbracht. Dementsprechend hatte ich etwas Angst vor dem Heimweh. Generell war der Dezember ein kleines Down für mich. Mir hat die Besinnlichkeit in der Vorweihnachtszeit gefehlt, die Weihnachtsmärkte, das Plätzchenbacken und Teetrinken. Zusätzlich war es hier in New Mexiko auch noch sehr, sehr warm. Es hatte meistens um die 20 Grad Celsius und wir waren auch noch mitten in der dreimonatigen „Trockenzeit“. Das hat auch nicht grade zu den winterlich - weihnachtlichen Gefühlen beigetragen. Als Weihnachten dann kam, war es doch gar nicht so schlimm. Meine Gastfamilie war sehr verständnisvoll und Weihnachten war dann doch eine so neue Erfahrung, dass das Heimweh zwischendurch in den Hintergrund gerückt ist. Am Weihnachtsabend haben wir uns die „Luminarias“ angeguckt. Das sind kleine Papptüten mit Teelichtern, die am Straßenrand und auf den Dächern und Mauern der Häuser aufgestellt werden. In einem Viertel wurden alle elektrischen Lichter ausgeschaltet, sodass man nur noch die „Luminarias“ gesehen hat. Das war ein ganz besonderes Erlebnis und ist, wie ich finde, eine wunderschöne Tradition. 

Am nächsten Morgen wurden dann die Geschenke ausgepackt und ich muss sagen, dass ich noch nie soviel Geschenke bekommen habe. Unter dem Weihnachtsbaum war gar nicht genug Platz, sodass am Ende die Hälfte unseres Wohnzimmers gefüllt war. Das große Auspacken hat bis in den Nachmittag gedauert und gegen Abend haben wir uns dann endlich „Star Wars“ im Kino angeguckt. 

In der nächsten Woche habe ich dann noch einige Sachen mit meinen Freunden und auch anderen Austauschschülern von AFS gemacht. Wir waren Eislaufen und auf einer Geburtstagsparty. Das hat mich auch wieder aus meinem „Down“ rausgebracht und seitdem geht es mir immer besser. 

 

Nach den Winterferien hat dann das zweite Semester angefangen. Ich habe drei meiner Klassen gewechselt und jetzt fühle ich mich viel wohler. Ich habe aufch das Gefühl, meinen Platz in der Schule gefunden zu haben. Ich kenne viele Leute, die mich auf dem Gang begrüßen und habe auch in jeder Klasse Freunde, die mir helfen können falls ich dann doch mal etwas nicht verstehe. Generell muss ich aber sagen, dass die Sprache kein Problem mehr für mich ist. Klar fehlen mir ab und zu noch die Wörter aber ich denke, dass wird auch immer so bleiben. Ich lerne auch fast täglich neue Wörter wie zum Beispiel „javelin“. Das heißt Speer ich habe es durch  „Track and Field“ kennengelernt. Das ist ein Sport, der im Frühling stattfindet und eigentlich einfach Leichtathletik ist. 

 

Nach sechs Monaten hier, fühlt sich dieses Leben schon wirklich wie mein Leben an. Ich hab mich so daran gewöhnt, dass die Vorstellung einer deutschen Schule und einer kleinen Stadt irgendwie ungewohnt scheint. Natürlich vermisse ich meine Familie aber hier passiert gerade soviel, dass ich gar nicht darüber nachdenken kann. Ich habe fast jedes Wochenende verplant und ich bin wirklich froh und dankbar, dass ich die Chance habe soviel zu unternehmen und auch andere Seiten der USA kennenzulernen. 

 

 

Liebe Grüße 

 

Zara Zimmermann 

 

 

Bilder:

1. Die Luminarias an Weihnachten 

2. Meine Schwester und Ich beim Lebkuchen verzieren 

3. Mein Bruder und Ich in unseren Weihnachts-Pyjamas beim Geschenke auspacken 

4. Meine Freunde und ich beim Eislaufen