Juli 2018 | BERLIN


Vom 18. Juni bis zum 06. Juli absolvierte ich ein dreiwöchiges Praktikum im Berliner Büro des Bundestagsabgeordneten Armin Schuster. Für mich als Student der Politikwissenschaften eine hervorragende Möglichkeit einen praxisnahen Blick auf die Bundespolitik in Deutschland zu erlangen. Eine Erfahrung, welche die theoretischen Inhalte des Studiums auf die Wirklichkeit treffen ließ und so mein realpolitisches Verständnis verbesserte.

 

Mein Praktikum startete am 18. Juni in einer sitzungsfreien Woche des Deutschen Bundestages. Der Asylstreit in der Union zwischen Spitzenpolitikern der CDU & CSU nahm gerade an Fahrt auf. Ich kann rückblickend feststellen, dass dieser Konflikt seinen Teil dazu beitrug, dass diese drei Wochen für mich besonders spannend und reich an Einblicken waren.  

Dass Abgeordnete einen vollen Terminkalender haben, ist nicht unbekannt, aber dass sich ein Kalender auch während der laufenden Woche so oft ändert und Termine verschoben, abgesagt oder noch irgendwie hineingeschoben werden müssen, hat mich überrascht. Im Zuge des Asylkonfliktes fanden einige Sondersitzungen statt und auch die Medienvertreter zeigten ein reges Interesse an Innenpolitiker Schuster. Ich konnte Herrn Schuster während des Praktikums mehrmals zu Interviews begleiten. Besonders spannend war dies nach einer Fraktionssitzung (03.07). Herr Schuster wurde 1 ½ Stunden von nahezu jedem TV-Team interviewt. 

Die Entwicklungen um den Konflikt zwischen CDU & CSU prägten die drei Wochen. Die vielen Medienanfragen und Sondersitzungen erweckten den Eindruck, das Büro gleiche zwischendurch einer Nachrichtenagentur. Im Rahmen der Interviews von Herrn Schuster, zu welchen ich ihn teilweise begleitete, stellte ich fest, dass er sich vor allem durch seine faktenbasierte und fachliche Kompetenz von anderen Politikern abhebt und keine Person für polarisierende oder emotionale Aussagen ist.

 

Zu meiner täglichen Arbeit im Büro gehörte es, die Post zu holen und zu sortieren. Eine ebenso wichtige Aufgabe war die tägliche Durchsicht der von der CDU/CSU-Fraktion zusammengestellten Presseschau in Hinblick auf die Berichterstattung über die für Herrn Schuster relevanten politischen Tätigkeitsfelder. 

 

In den beiden Sitzungswochen wohnte ich einer Sitzung des Innenausschusses bei. Der Ablauf der Sitzung, die Aussprache zu den Tagesordnungspunkten und die Abstimmungen waren interessante Einblicke in die Arbeit im Innenausschuss. Ebenfalls nahm in an einer Sitzung des 1. Untersuchungssauschusses zum Terroranschlag am Breitscheidplatz teil. Thema der Sitzung war die Zeugenbefragung von Bundesanwalt a.D. Herrn Jost, der seine Ergebnisse als Sonderermittler des Berliner Senats im Fall Amri schilderte und sich anschließend den Fragen der Abgeordneten stellte. 

Herrn Schuster begleitete ich zum 1. Berliner Kongress für wehrhafte Demokratie, auf welchem dieser in Podiumsdiskussionen zur Sicherheitsarchitektur seine politischen Ziele und die Vorhaben des Koalitionsvertrages erläuterte. 

 

Dank der guten Organisation der Büromitarbeiter war es mir auch möglich, an einigen Abendveranstaltungen teilzunehmen. Als persönlich bereichernd erachte ich die Podiumsdiskussion in der geschichtsträchtigen Gedenkstätte im ehemaligen Staatssicherheitsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen zum Thema „Linksextremismus – eine unterschätzte Gefahr?“, die einen Blick auf politischen Extremismus jenseits des Rechtsextremismus warf. 

Interessant auch die Vorstellung der Digitalisierungspläne der FDP als Oppositionspartei an einem Abend von Microsoft Berlin mit Christian Lindner. 

 

Ich bedanke mich bei Herrn Schuster für die Möglichkeit dieses Praktikums und seinem Team für die wohlwollende Betreuung und Einbindung. Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte und mir eine neue Perspektive auf den politischen Alltag ermöglichte, die von nun an mein politisches Denken prägt und in jedem Fall eine Bereicherung ist. 

 

Felix Kundlacz