Mai 2017 | BERLIN


Finja Gaber: Mein Praktikum während der Regierungsbildung

Die Sitzungswoche meines Praktikums vom 12. bis zum 16. März fand zu einem historischen Zeitpunkt statt. Im Parlament: ein Höchstmaß von 709 Abgeordneten und ein Parteizuwachs durch die AfD. Auf der Tagesordnung: Regierungsbildung - Unterzeichnung des Koalitionsvertrages und die Wahl der Bundeskanzlerin. Während meines Praktikums begleitete ich Herrn Schuster zu seinen Terminen und beobachtete, wie er als Politiker agiert. Außerdem erlebte ich den Büroalltag seiner Mitarbeiter, wobei ich mich aktiv einbringen konnte: Dazu gehörte das Drucken und Kopieren von Unterlagen, das Beantworten von E-Mails und das Sortieren der Post.

 

An meinem zweiten Arbeitstag hatte ich die Möglichkeit, an einer Sitzung der Arbeitsgruppe Innenpolitik der Fraktion CDU/CSU (bei der Herr Schuster Obmann ist) als Zuschauerin teilzunehmen. Was mich an diesem Treffen beeindruckte: viele Stereotypen, die sich so mancher Politik(er)verdrossene zurecht legt, wurden widerlegt - dort beschäftigen sich Amtsträger konstruktiv mit wichtigen Themen: Trotz allem Stress, der mit der Tätigkeit unweigerlich verbunden ist, blieben die Debatten auf hohem Niveau, der Umgang miteinander freundlich bis herzhaft, gepaart mit Scherzen. Darüber hinaus waren die Einblicke in diese Debatten sehr spannend und lehrreich.

Anders an dieser Legislaturperiode ist - durch die AfD - der Einzug der (die CSU mitgezählt) siebten Partei im Bundestag. Während meiner Zeit im Bundestag konnte ich - in parteilichen Treffen sowie während der ersten Plenarsitzung, der ich von der Besuchertribüne aus nächster Nähe beiwohnen durfte - erleben, wie der Umgang mit dieser neuen Entwicklung kontrovers diskutiert wird, Strategien entwickelt und im Plenarsaal umgesetzt werden.

 

Wenn ich in Zukunft an diese Zeit zurückdenken werde, so wird mein erster Gedanke wohl immer sein, dass ich im Aufzug von einem Termin zum nächsten - zufälligerweise - auf unsere Bundeskanzlerin traf. Es war eine sehr aufregende Erfahrung, der Person, die man schon von klein auf aus den Nachrichten kennt, über die ununterbrochen berichtet wird, auf einmal gegenüber zu stehen.

Rückblickend betrachtet, habe ich von dieser Woche nur Positives mitgenommen. Insbesondere hat mich die Erfahrung des Politikbetriebs dazu angeregt, mich künftig noch intensiver mit Politik zu beschäftigen, um mir ein informierteres Bild von der aktuellen Politik in Deutschland und weltweit zu machen.

 

Herzlich bedanken möchte ich mich bei Herrn Schuster, der mir die Möglichkeit eröffnet hat dieses Praktikum anzutreten und bei seinen Angestellten, Frau Juliane Wedekind, Herrn Henrik Dornseifer und Frau Marianne Schellig für die freundliche Aufnahme und

Begleitung.

 

Ich persönlich kann dieses Praktikum für jeden weiterempfehlen, der sich für Politik interessiert: Man gewinnt einen realistischen Einblick in den Berufsalltag eines Bundestagsabgeordneten - und hat dabei viel Freude.

 

Finja Gaber