Mai 2017 | BERLIN


Kristina Köhl: Praktikum während den letzten Sitzungswochen des deutschen Bundestages

Meine Zeit im Bundestag neigt sich nun dem Ende zu. 5 Wochen war ich hier gewesen. Die Zeit verging wie im Fluge, noch in der letzten Woche konnte ich Neues im parlamentarischen Betrieb kennenlernen und bisher Kennengelerntes vertiefen. Gleichzeitig kann ich aus dieser Zeit so viel mitnehmen, dass 5 Wochen  für das Erfahrene viel zu kurz erscheinen. Der anfänglichen – normalen –  Unsicherheit entwuchs ein gewisses Selbstbewusstsein, wie selbstverständlich ging ich die letzten Wochen durch die Gänge und Flure des Bundestages. Es wird an meinem letzten Tag seltsam für mich sein, wenn ich aus den Sicherheitstüren des Paul-Löbe-Haus trete, das sich dann nicht mehr ohne weiteres für mich öffnen wird. 

 

Der Alltag im Bundestag zeichnet sich dadurch aus, dass es keinen wirklichen Alltag gibt. Unvorhergesehene, verschobene und zusätzliche Termine gehören zur Tagesordnung, die gleichzeitig strukturiert geführt werden muss. Im Bundestag vereinen sich absolute Ordnung und Struktur mit einem Höchstmaß an Flexibilität. Das ist nur mit einem Team möglich, das Hand in Hand arbeitet. Absprache und gegenseitige Unterstützung sind daher für die Arbeit der Mitarbeiter/innen von Herrn Armin Schuster entscheidend.

 

Zudem durfte ich erfahren, was es bedeutet, ein Abgeordneter des Bundestages zu sein. Die Augen sind immer auf einen gerichtet, alle Perspektiven einer Fragestellung müssen bedacht und in Blick behalten werden. Zu jedem Zeitpunkt muss eine Stellungnahme möglich sein. Politik ist kein Beruf, sondern Berufung. Freizeit gibt es in dem Sinne nicht. Zeit für ein Mittagessen zu finden kann an manchen Tagen zu einer organisatorischen Herausforderung werden.

 

Neben meinen Besuchen im Plenum werde ich besonders die Jahrestagung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung mit dem Thema „Kinder aus suchtbelasteten Familien – aus dem Schatten holen“ in Erinnerung behalten. Die Jahrestagung sensibilisierte mich für die Situation, in der sich knapp 3 Millionen Kinder und Jugendlichen in Deutschland befinden. Als zukünftige Lehrerin möchte ich mich dieser Thematik auch in meinem Beruf widmen und ein Bewusstsein für diese Problematik schaffen. Allgemein werde ich aus dem hier im Bundestag Erlebten viel für mich persönlich und meine spätere Arbeit mitnehmen können. Der Wert der parlamentarischen Gesetzgebung wurde mir nochmal besonders bewusst. Das scheinbar Selbstverständliche erlangt im Anbetracht des deutschen historischen Prozesses und der vielen Menschen, die tagtäglich in ihrer Arbeit dieses Recht der parlamentarischen Gesetzgebung ausüben, eine neue Bedeutung.

 

Ich danke Herrn Schuster und seinen Mitarbeitern für diese Erfahrungen und Erkenntnisse und nicht zuletzt für die herzliche Betreuung, die mir der ganzen Zeit über zuteil wurde.