April 2016 | WEIL AM RHEIN


Luisa Elleser: Umfangreiche Einblicke in das bundes- und regionalpolitische Geschehen

Dass mein dreiwöchiges Praktikum in Berlin spannend, lehrreich und interessant sein würde, wusste ich schon vor Antritt meiner Reise. Dass es aber teilweise auch so amüsant im Bundestag beziehungsweise im Paul-Löbe-Haus zugeht, hätte ich nicht erwartet.

 

Lebendige Plenarsitzungen mit wilden Zwischenrufen der Opposition, mit Witzen gespickte Reden bei den Innenausschussgesprächen, Bürgerbriefe ohne sinnvolle grammatikalische Struktur und –nicht zu vergessen- das angenehme Büroklima der humorvollen Mitarbeiter –all das gehört auch zu den Eindrücken, die man nach drei Wochen Berlin mit nach Hause nimmt.

 

Am nachhaltigsten wird mir zweifellos die Sitzungswoche im Gedächtnis bleiben. Meine zweite Woche im Paul-Löbe-Haus ermöglichte mir tiefe Einblicke in das politische Geschehen im Bundestag. Mit der Anreise der 630 Abgeordneten steigt auch die Spannung zu Beginn der Woche, die von morgens bis abends mit der Betreuung von Besuchergruppen ausgefüllt ist sowie mit diversen Sitzungsterminen und anderen Veranstaltungen. So durften meine Mitpraktikantin Lisa und ich Herrn Schuster am Dienstagabend zu einer Podiumsdiskussion des Bundesverbandes der deutschen Pressesprecher begleiten. Als freie Mitarbeiterin bei der Zeitung habe ich mit großem Interesse die Diskussion zur Thematik des herrschenden Misstrauens in die mediale Berichterstattung verfolgt, bei der unter anderem Dr. Frey, Chefredakteur des ZDF, teilnahm. Zwischen Besprechungsterminen des Innen- und Untersuchungsausschusses und Plenarsitzungen, galt es auch tägliche Arbeiten wie das Sortieren der Post, Rechercheaufgaben oder das Entwerfen von Email-Antworten zu erledigen. Besonders interessant fand ich die öffentliche Sitzung des dritten NSU- Untersuchungsausschusses. Letzterer versucht, offen gebliebene Fragen zum Terrornetzwerk zu klären. Die Zeugenbefragung eines LKA-Beamten ermöglichte mir somit den Einblick in ein Ermittlungsverfahren, dem große mediale Aufmerksamkeit zukommt.

Am Samstag hieß es für mich dann zurück in die Stadt Deutschlands, die am weitesten von Berlin - und damit dem Zentrum des politischen Geschehens - entfernt ist. Während am darauffolgenden Montag in der Hauptstadt erneut der Trubel der Plenarwoche spürbar wurde, trat ich meine Praktikumswoche im Wahlkreisbüro von Herrn Schuster an, um abschließend im Kontrast zum Bundesgeschehen das regionalpolitische Treiben mitzuerleben. Wie sich von Beginn an zeigte, bedeutete das keineswegs, dass die Arbeit im Wahlkreis eintöniger oder weniger interessant war. Im Gegenteil - ich war erstaunt, wie sehr sich die Tätigkeiten in den beiden Büros ähneln. Meine Aufgabe bestand vor allem im Verfassen von Antwortentwürfen auf diverse Bürgerschreiben. Dies setzte meist eine umfangreiche Recherche, sei es über eine Internetsuchmaschine oder den telefonischen Kontakt mit einem zuständigen Mitarbeiter aus dem Bundestag, voraus. Auf diese Weise habe ich mich in Themen eingelesen, die für mich persönlich bisher nicht von Belang waren. Außerdem habe ich in der Woche, wie auch schon während meines Praktikums in Berlin, Pressemitteilungen verfasst, die auf der Website von Herrn Schuster veröffentlich wurden.

Während meines vierwöchigen Einblicks in die bundes- und regionalpolitische Tätigkeit eines Abgeordneten und seiner Mitarbeiter habe ich wahrgenommen, wie umfangreich, vielfältig und spannend diese Arbeit ist.

Nicht zuletzt möchte ich mit diesem Bericht meinen Dank an Herrn Schuster und seine Mitarbeiter im Bundestags- sowie im Wahlkreisbüro aussprechen, die mich so herzlich in ihr Team aufgenommen haben und jederzeit zur Beantwortung von anfallenden Fragen bereitstanden. Jedem, der einen Blick hinter die Kulissen der politischen Schaubühne werfen möchte, ist ein solches Praktikum nur zu empfehlen.