September 2019 | BERLIN


Marie Vietzke: Drei Wochen auf den Spuren der Legislative

In den letzten drei Septemberwochen hatte ich das Vergnügen, ein Praktikum im Abgeordnetenbüro von Armin Schuster in Berlin machen zu dürfen. 

Nachdem ich in meinem Studium der Rechtswissenschaft schon viel über die Arbeitsweisen des Bundestags, über Kompetenzen, Gesetzgebungsverfahren und Staatsstrukturprinzipien gelernt hatte, wollte ich das alles unbedingt einmal live miterleben. Durch das Praktikum bot sich mir tatsächlich die Gelegenheit, bei Arbeitsgruppensitzungen, Ausschusssitzungen und Anhörungen dabei zu sein und die Abläufe im Bundestag hautnah mitzubekommen. Als geborene Berlinerin war es für mich besonders spannend, an einer Anhörung des Untersuchungsausschusses zum Anschlag auf den Breitscheidplatz, dem Herr Schuster vorsitzt, teilzunehmen. Auch wurde es mir ermöglicht, einer Anhörung zum Thema Organspende durch den Gesundheitsausschuss beizuwohnen, was sich als sehr spannend und äußerst informativ erwies.

Aber ich konnte natürlich auch einen Einblick in die strukturellen Abläufe und Aufgaben eines Abgeordnetenbüros bekommen. Während ich in den Sitzungswochen oft den Abgeordneten bei der Arbeit zusehen konnte, spielte sich in der sitzungsfreien Woche das Leben mehr im Büro ab. Dort durfte ich den Mitarbeitern zur Hand gehen, indem ich die Post holte und sortierte, Unterlagen kopierte und ausdruckte, Emails vorsortierte, das Telefon bediente, eine Plenarsitzung protokollierte und Botengänge erledigte. Letzteres fand ich sehr spannend, da einem auf den Wegen durch die verschiedenen Häuser, die ja alle irgendwie miteinander verbunden sind, in Sitzungswochen viele bekannte und interessante Politiker über den Weg laufen. Aber auch kleine inhaltliche Tätigkeiten durfte ich erledigen.

Des Weiteren hatte man über das Praktikantenprogramm der CDU/CSU-Fraktion die Möglichkeit an Führungen und Besichtigungen durch die Regierungsgebäude und an Diskussionsrunden mit wichtigen Politikern, zum Beispiel dem Wirtschaftsminister Peter Altmaier, teilzunehmen.

In den drei Wochen bei Herrn Schuster ist mir klar geworden, dass der Arbeitstag eines Abgeordneten nicht mit 40 Wochenstunden getan ist. Aber auch die Arbeiten der Mitarbeiter im Abgeordnetenbüro sind sehr umfangreich, arbeitsintensiv und erfordern ein hohes Maß an Fachwissen und Arbeitsbereitschaft. So ein Abgeordnetenbüro funktioniert wohl nur als Teamprojekt. Und trotz der hohen Arbeitsfrequenz haben sich die Mitarbeiter von Herrn Schuster sehr nett um mich gekümmert, haben mir viel erklärt, alles rund um meinen Aufenthalt organisiert und mir all die Teilnahmen an Sitzungen etc. ermöglicht. Hierfür möchte ich mich sehr herzlich bei dem kompletten Team bedanken.