20.01.2017

Landschaftserhaltungsverband Landkreis Lörrach Erfolg


Besuch des Bundesvorsitzenden Josef Göppel

 

Landkreis Lörrach. Der Landschaftserhaltungsverband im Landkreis Lörrach (LEV) ist eine Erfolgsgeschichte. Geschäftsführerin Sigrid Meineke zog bei einem Besuch der Bundestagsabgeordneten Josef Göppel und Armin Schuster eine positive Bilanz ihrer vierjährigen Arbeit. Ende März wird sie in den Ruhestand gehen.

 

Kennzeichen der Landschaftserhaltungsverbände sei der gleichberechtigte und freiwillige Zusammenschluss von Vertretern der Land- und Forstwirtschaft, des Naturschutzes und der Kommunalpolitik, stellte Göppel dar, der in seiner Funktion als Bundesvorsitzender des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) nach Lörrach gekommen war. Bundesweit gebe es 161 Mitgliedsverbände, davon 32 in Baden-Württemberg.

Die baden-württembergischen LEV hätten bundesweit Vorbildcharakter, so Göppel. Sie sollen Natur und Kulturlandschaft im Konsens entwickeln und das europäische Schutzprogramm „Natur 2000“ regional umsetzen. Von 35 Gemeinden des Landkreises sind 30 Mitglied im LEV. Insgesamt gibt es 49 Mitglieder, darunter die bekannten Verbände von Naturschutz und Landwirtschaft. Seit der Gründung 2012 hat sich die geförderte Fläche von 976 ha auf 1620 ha vergrößert. Die Zahl der Verträge zur Landschaftspflege stieg von 202 auf 270. Im laufenden Jahr sollen weitere 54 Verträge hinzukommen. Land und Landkreis teilen sich die Finanzierung: die Geschäftsführung wird jeweils zur Hälfte von Land und Kreis getragen, eine zweite Fachstelle vollständig vom Land.

 

Der Schwerpunkt der LEV-Aktivitäten liege im Oberen Wiesental mit den ausgedehnten Allmendweiden, erläuterte Geschäftsführerin Meineke. Von 2003 bis 2012 habe das Naturschutzgroßprojekt Feldberg-Belchen-Oberes Wiesental in einem 10.000 ha großen Kerngebiet, wovon 2.500 ha Offenland waren, durch zahlreiche Maßnahmen einen großen Beitrag zur Verbesserung der Weiden geleistet, worauf der LEV aufbauen konnte. Außerhalb der damaligen Förderkulisse bestehe auch ein neuer FFH-Managementplan, auf dessen Grundlage großflächige Verträge nach der Landschaftspflegerichtlinie (LPR) abgeschlossen werden konnten. Die Förderung über die LPR sei ein wichtiges Standbein beim Einkommen, wobei die Fördersätze zu gering seien und daher die Betriebsprämie auf Bruttoflächen eine große Rolle spiele. Allerdings müssten bestimmte Lebensraumtypen, wie trockene Heiden, in komplizierten Verfahren aus der Fläche herausgerechnet werden, was die Bewirtschaftung unattraktiver mache. Landwirte verlören 400-500 Euro pro ha. Göppel empfahl den Ländern, europäische Vorgaben möglichst pragmatisch auszulegen. Die Offenhaltung der Kulturlandschaft durch die Öffentliche Hand sei in jedem Fall teurer.

 

Die positive Arbeit des LEV sollte möglichst in allen Mitgliedsgemeinden im Landkreis spürbar sein, betonte der Erste Landesbeamte Ulrich Hoehler. Die unterschiedlichen Strukturen der Mitgliedsgemeinden im Markgräfler Hügelland, am Dinkelberg, im Wiesental, aber auch in der urbanen Zone in der Nähe zu Basel erforderten individuell verschiedene Unterstützungsleistungen, die der LEV erbringen könne. In erster Linie seien allerdings die Förderbedingungen für Landschaftspflegemaßnahmen entscheidend, damit auch wirklich etwas ankomme. Daher begrüßte er die neue Förderkulisse des Regierungspräsidiums Freiburg, mit der beispielsweise der Baumschnitt und die Grünlandmahd und -extensivierung in diesem Bereich gefördert werde.

 

Dachverbandsvorsitzender Göppel lobte die breite Verankerung des LEV in der Region. Dies zeige, dass der konsensorientiere Ansatz der Landschaftspflege richtig sei. Die Landschaftserhaltungsverbände würden von einer bäuerlich-konservativen Denkweise geleitet. Einen technokratischen Ansatz, wie er zum Beispiel dem Integrierten Rheinprogramm (IRP) zugrunde liege, sehe er kritisch. Beim IRP gehe es nicht um den Naturschutz am Oberrhein, sondern um den Schutz der Metropolen am Unterlauf des Rheins vor Hochwassergefahren. Dafür werde in die Natur am Oberrhein massiv eingegriffen. Hier sei die Debatte in früheren Jahren, die den Naturschutzcharakter der Maßnahme betont habe, nicht immer ehrlich verlaufen.

 

Der Inhalt der Pressemitteilung ist mit dem Landratsamt Lörrach und dem Landschaftserhaltungsverband Landkreis Lörrach e.V. abgestimmt worden.

 

Bild (v.l.): Ulrich Hoehler (Erster Landesbeamter), Armin Schuster MdB, Sigrid Meineke (Geschäftsführerin LEV), Elke Wald (LEV), Josef Göppel (Bundesvorsitzender DVL), Dr. Diethild Wanke (Weideberaterin, Landratsamt Lörrach)