11.11.2018 | Lörrach

Synagoge Lörrach: 10-jähriges Jubiläum und Thora-Einweihung


Synagoge Lörrach: 10-jähriges Jubiläum und Thora-Einweihung

 

Ausschnitte aus meinem Grußwort:

 

Unter dem Dach des Innenministeriums wurde von der Bundesregierung in diesem Jahr das Amt des Beauftragten für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus eingerichtet. Dieses Amt führt Herr Dr. Felix Klein aus.

Dieses neue Amt haben wir geschaffen als Reaktion auf eine intensive Diskussion über die Zunahme des Antisemitismus in Deutschland und der Frage, wie wir diesem Phänomen bestmöglich entgegentreten können. Der Antisemitismusbeauftragte koordiniert alle Maßnahmen gegen zur Bekämpfung von Antisemitismus in allen Bundesministerien. Wir sehen die Bekämpfung von Antisemitismus als Aufgabe von allen und nicht nur als Aufgabe eines bestimmten Ministeriums. Politisch geht es für den Antisemitismusbeauftragten um Sensibilisierung der Gesellschaft für aktuelle und historische Formen des Antisemitismus: vor allem durch Öffentlichkeitsarbeit sowie durch politische und kulturelle Bildung.

Lassen Sie mich Ihnen auch noch mitteilen, dass wir am Donnerstag im Haushalt des Bundesinnenministeriums für den Ausgabenbereich „Jüdisches Leben“ es erreicht haben, einige Finanzmittel durchzusetzen:

Zum Beispiel möchte die Bundesregierung 7 Mio. € für einen Zuschuss zum Grundstückserwerb und der Errichtung der Jüdischen Akademie durch den Zentralrat der Juden in Frankfurt am Main ausgeben

Erwähnen möchte ich auch, dass wir 700.000 € für den Neubau einer Synagoge mit Gemeindezentrum in Dessau zur Verfügung zu stellen möchten und einen finanziellen Zuschuss zur sog. „WerteInitiative e.V.“ Die WerteInitiative hat das Ziel, jüdisch-deutsche Positionen in die gesellschaftliche Diskussion einzubringen.

So sehr wir in Deutschland für die Religionsfreiheit einstehen, so sehr stehen wir auch ganz ausdrücklich gegen den Antisemitismus auf.

Es darf uns nicht ruhen lassen, dass jüdische Gemeinden und Einrichtungen in unserem Land von der Polizei geschützt werden müssen.

In diesem Kontext gehört auch meine Forderung, die ich bereits im Dezember 2017 erhoben habe – und die ich bei meinem Besuch im Juli hier wiederholt und bekräftigt habe: das Verbrennen von Israelflaggen durch in Deutschland lebende Ausländer sollte mit der unmittelbaren Ausweisung sanktioniert werden.

Deutschland ist die Heimat von Christen und Juden, vielen Angehörigen anderer Religionen, von Atheisten und Menschen, die sich gar nicht mit einem Glauben auseinandersetzen wollen. Der Hass gegenüber Religionen und Antisemitismus haben hier nichts zu suchen.

Nicht nur als Ihr direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für Lörrach, sondern auch als Christ, ist es für mich wichtig, den Dialog mit der Israelitischen Gemeinde aufrechtzuerhalten. Meine persönliche Unterstützung ist Ihnen sicher.

 

Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem schönen Jubiläum und freue mich hier der Einweihung der Thora beiwohnen zu dürfen.