26.07.2018 | Saint-Louis

26.07.2018 | Saint-Louis

Staatssekretär Benedikt Zimmer und Bundestagsabgeordneter Armin Schuster zu Besuch im Deutsch-französischen Forschungsinstitut (ISL) in Saint-Louis


Es ist nicht das erste Mal, dass der Bundestagsabgeordnete Armin Schuster das ISL besucht. Denn obwohl das ISL im französischen Saint-Louis seinen Hauptsitz hat, ist es dennoch aufgrund seines besonderen binationalen Statuts zur Hälfte ein vom deutschen Staat finanziertes und betriebenes Forschungsinstitut. Als Institut für Verteidigungsforschung ist das ISL weltweit das einzige Institut, das im Auftrag und im Namen von zwei Staaten sein Wissen und Know-how gemeinsam zur Verteidigung seiner Interessen für zwei Staaten einsetzt. Angesichts der grenznahen Lage des ISL haben die meisten deutschen Mitarbeiter des ISL ihren Wohnsitz in Deutschland. Als kleine Randgruppe der Grenzgänger von Deutschland nach Frankreich und angesichts der unterschiedlichen und rasanten Entwicklung der Sozialsysteme rechts und links des Rheins ist auch das ISL-Statut ständigen Veränderungen unterworfen. In Bezug auf grenzüberschreitende Rentenversicherung, Krankenversicherung, Besteuerung und Ausbildung hat das ISL wie das Elsass sowohl in Frankreich als auch in Deutschland eine Sonderstellung mit der Gefahr im nationalen Kontext nicht wahrgenommen zu werden, sollte es zu Schieflagen kommen. Hier ist politische Unterstützung in Paris und Berlin gefragt. Armin Schuster wollte sich deshalb gemeinsam mit Staatssekretär Benedikt Zimmer vor Ort und im Gespräch mit den Mitarbeitern ein Bild machen, wie die deutsch-französische Zusammenarbeit im täglichen Arbeitsalltag funktionieren kann und eventuelle Probleme beseitigt werden können.
Auch Benedikt Zimmer, Staatssekretär im Verteidigungsministerium kennt das ISL noch aus seiner Amtszeit als ehemaliger Leiter der Abteilung Rüstung, in dessen Zuständigkeitsbereich auch das ISL fällt. Aus dieser Zeit besteht auch noch ein persönliches Verhältnis zu Dr.-Ing. Thomas Czirwitzky, dem jetzigen deutschen Direktor des ISL. Gemeinsam mit Vertretern des ISL Verwaltungsrats gab der französische Direktor Christan de Villemagne den Gästen einen Überblick über die jüngsten Innovationen des ISL vor allem im Bereich Schutz und führte durch verschiedenen Labore. Armin Schuster konnte so den neusten ISL-Gehörschutz testen, einen indivuell angepassten Ohrstöpsel mit integriertem Mikrophon, 3D Audiokommunikation und der Möglichkeit die Dauerbelastung an Lärm im Ohr zu messen und Warnung abzugeben. „Ich kenne das Problem aus meiner eigenen Berufserfahrung und bin gerne bereit, Ihnen bei einer Umsetzung auch im zivilen Bereich behilflich zu sein“, sagte Armin Schuster – ein Angebot, das im ISL nicht auf taube Ohren stößt. Im Bereich Optik wurde den Gästen ein neues portables Nachtsichtgerät vorgestellt, das vor allem bei schlechten Wetterverhältnissen, wie Rauchentwicklung und Nebel eine deutlich verbesserte Sicht ermöglicht. Ein Versuch im  neuen trisonischen ISL-Windkanals, der Messungen modular im Unterschall-, im Bereich der Schallmauer und im Überschall ermöglicht, konnte etwas Kühle in die hohen Außentemperaturen bringen. Ein Besuch in der europaweit einzigartigen Railgun-Anlage, einer Anlage zur elektromagnetischen Beschleunigung von Projektilen als Alternative zu herkömmlichen Kanonen, konnte den Gästen einen Eindruck von der enormen Vielfalt der Forschungsarbeiten geben. „Ich bin immer wieder und noch immer überrascht, was hier an Spitzenforschung stattfindet Das Institut und seine Arbeit ist viel zu wenig bekannt, aber wir werden uns dafür einsetzen, dass dies auch politisch wahrgenommen und geschätzt wird. Im Vorfeld der Neuauflage der Elysée-Verträge müssen die 60 Jahre Erfahrung dieses einzigartigen Juwels der deutsch-französischen Zusammenarbeit geschätzt und gewürdigt werden.“ (Armin Schuster)